Im Gespräch mit Nino Oldenkott, Teamlead Alarm Receiving Center & Configuration CCTV (ARC)
Nino, du bist seit Kurzem Teamlead der LivEye Leitstelle. Wie waren deine ersten Wochen?
Die ersten Wochen waren intensiv, aber durchweg positiv. Besonders beeindruckt hat mich die hohe Professionalität des Teams und die strukturierte Arbeitsweise in der Leitstelle. Gleichzeitig herrscht hier eine sehr kollegiale Atmosphäre, in der man sich gegenseitig unterstützt. Das Zusammenspiel aus moderner Technologie und menschlicher Expertise funktioniert auf einem sehr hohen Niveau.
Wie bist du ursprünglich in die Sicherheitsbranche gekommen?
Meine ersten Berührungspunkte mit dem Thema Sicherheit hatte ich tatsächlich während meiner Zeit bei der Bundeswehr wo sich der Gedanke zum Thema Sicherheit gefestigt hat, sodass für mich schnell feststand, meinen weiteren beruflichen Weg in der Sicherheitsbranche einzuschlagen.
Im Laufe meiner Karriere habe ich mich insbesondere auf den Bereich der Notruf- und Serviceleitstellen spezialisiert, da es sich hierbei um eine sehr anspruchsvolle und zugleich spezialisierte Sparte des Sicherheitsgewerbes handelt. Rückblickend begleitet mich das Thema Leitstelle inzwischen seit über 20 Jahren.
In dieser Zeit konnte ich umfangreiche Erfahrungen sammeln, sowohl in der operativen Tätigkeit als Operator als auch in leitenden Funktionen. Besonders prägend war zudem meine internationale Tätigkeit, bei der ich Einblicke in unterschiedliche Leitstellenstrukturen gewinnen konnte. Dabei wurde deutlich, dass jedes Land eigene Regularien und Vorgehensweisen hat, was die Arbeit in diesem Bereich besonders spannend und vielseitig macht.
Was hat dich an der Aufgabe gereizt, die LivEye Leitstelle zu leiten?
Mich hat vor allem die Möglichkeit gereizt, ein hochspezialisiertes Team in einem technologisch innovativen Umfeld zu führen. LivEye steht für moderne Sicherheitslösungen und ist nicht nur ein Sicherheitsunternehmen sondern auch Technikunternehmen. Wir arbeiten täglich an neuen innovativen Systemen um unsere Kunden die besten Sicherheitslösungen anbieten zu können. Das beste hieran alles „Made in Germany“ , und die Leitstelle ist das Herzstück dieser Leistungen. Die Chance, Prozesse weiterzuentwickeln, die Qualität zu steigern und gleichzeitig die Verantwortung für die Sicherheit unserer Kunden zu übernehmen, war für mich ausschlaggebend.
Für viele ist eine Leitstelle ein eher abstrakter Begriff. Wie sieht der Alltag konkret aus?
Der Alltag in der Leitstelle ist sehr dynamisch. Unser Team überwacht rund um die Uhr die angebundenen Sicherheitslösungen, bewertet eingehende Alarme und trifft innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen. Dabei geht es nicht nur um das Reagieren auf Vorfälle, sondern auch um präventive Maßnahmen. Wir sind die zentrale Schnittstelle zwischen Technologie, Kunden und Einsatzkräften und tragen damit maßgeblich zur Sicherheit unserer Kunden bei.

Was macht die Arbeit im Alarm Receiving Center so spannend – und gleichzeitig so verantwortungsvoll?
Die Arbeit ist spannend, weil kein Tag wie der andere ist. Jeder Alarm stellt eine neue Situation dar, die schnell und vor allem richtig eingeschätzt werden muss. Gleichzeitig ist sie sehr verantwortungsvoll, weil unsere Entscheidungen direkte Auswirkungen haben können, sei es auf Sachwerte oder im Ernstfall auch auf Menschen. Diese Kombination aus Dynamik und Verantwortung macht den Reiz des Jobs aus.
LivEye arbeitet mit KI-gestützten Systemen. Wie unterstützt die Technologie eure Arbeit und wo liegt die Rolle des Menschen?
Die KI übernimmt bei uns eine wichtige Vorfilterfunktion, indem sie relevante Ereignisse erkennt und priorisiert. Dadurch werden unsere Operatoren entlastet und können sich auf die wirklich kritischen Situationen konzentrieren. Die finale Bewertung und Entscheidung liegt aber immer beim Menschen. Diese Kombination sorgt für eine hohe Effizienz und gleichzeitig für die notwendige Sicherheit in der Beurteilung.

Wenn ein Alarm ausgelöst wird: Kannst du uns Schritt für Schritt durch einen typischen Ablauf führen?
Sobald ein Alarm eingeht, wird er unmittelbar durch unsere Systeme verarbeitet und dem Operator angezeigt. Dieser prüft die Situation in Echtzeit, beispielsweise über Live-Bilder oder weitere Sensordaten. Anschließend erfolgt eine schnelle Bewertung: Handelt es sich um einen echten Vorfall oder um einen Fehlalarm? Im Ernstfall leiten wir sofort entsprechende Maßnahmen ein – von der direkten Ansprache über Lautsprecher bis hin zur Alarmierung von Interventionskräften oder der Polizei.
Wie stellt ihr sicher, dass Vorfälle sauber dokumentiert werden?
Wir arbeiten mit klar definierten Prozessen und dokumentieren jeden relevanten Vorfall lückenlos. Dazu gehören z.B. Zeitstempel und Einsatzprotokolle. Unsere Systeme stellen sicher, dass alle Daten revisionssicher gespeichert werden. Zusätzlich werden unsere Mitarbeiter regelmäßig geschult, um eine einwandfreie und rechtssichere Dokumentation zu gewährleisten.
Welche Fähigkeiten braucht man für die Arbeit in der Leitstelle?
Wichtige Eigenschaften sind vor allem ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, Entscheidungsstärke und Stressresistenz. Operatoren müssen in der Lage sein, Situationen schnell zu erfassen und richtig zu bewerten. Gleichzeitig sind Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke entscheidend, da viele Prozesse im engen Austausch ablaufen. Nicht zuletzt spielt auch ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein eine große Rolle.
Blicken wir nach vorne: Wie wird sich die LivEye Leitstelle in Zukunft weiterentwickeln?
Meine Vision ist es, die Leitstelle kontinuierlich weiterzuentwickeln, sowohl technologisch als auch im Hinblick auf unsere Prozesse und das Team. Technologisch sehe ich großes Potenzial im weiteren Einsatz von KI und Automatisierung, um noch schneller und präziser reagieren zu können. Gleichzeitig ist mir wichtig, unsere Mitarbeiter gezielt weiterzubilden und die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Unser Ziel ist es, die Leitstelle als zentralen Baustein für innovative Sicherheitslösungen weiter auszubauen und unseren Kunden ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten.

